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Interview Skulpturmethode


Hintergrund und Arbeitsmethoden

Das gab mir relativ schnell Aufschluss darüber, dass ich wohl nicht die
»Überflieger-Theoretikerin« bin, und meine Begabungen doch in einem
anderen Bereich zu finden sein müssten...

Mich interessierten schon damals mehr die methaphysischen Dinge im
Leben, und ich verschlang leidenschaftlich Bücher von Hermann Hesse...
Als es damals darum ging, für mich einen Beruf zu finden, bin ich heute
noch meiner Mutter zutiefst dankbar, denn sie hat mich davor gerettet,
als Bürokraft hinter dem Computer zu verschwinden...

Meine Lehrzeit verbrachte ich in der klassischen Form, drei Jahre lang,
und ganz normal... mal abgesehen von einigen Eskapaden mit meinem
Lehrherren... – ich war damals schon ein Rebellin.
Nach der Ausbildung suchte ich mir damals einige Friseure aus, hier in
München, die ein etwas vielversprechenderes Image besaßen...
Interessanterweise wählte ich mir, für mich bis heute noch aus unerfind-
lichen Gründen, ein Friseurgeschäft aus, mit dem für mich so großartig
klingenden Namen »New York Hair Company«... – erst viel später konnte
ich erkennen, warum mich das Schicksal genau dorthin geführt hatte...
Ein Mann namens Kurt Kuchler und ich saßen uns bestimmt 1 Stunde
lang im Gespräch gegenüber, in dem er mir die ganze Zeit lediglich eine
Frage immer wieder stellte:
»Was genau ist es, was du willst... oder nach was suchst du für Dich?«
Er erzählte mir zwar alles mögliche über sich und was sie da so machen,
aber er kreiste mit mir immer wieder um diese eienne Frage... –
Hmmmmm... –
Diese Frage hatte ich mir bislang so noch nicht gestellt... – Schließlich war
ich doch bis dato nur beauftragt worden, bestimmte Aufgaben zu erfüllen...
aber die Frage »Was ICH will?« die war mir bis zu diesem Zeitpunkt
noch nicht über den Weg gelaufen... –
Ich merkte sofort: hier ist etwas anders... und zwar gewaltig anders... –
Nach einigen Komplikationen, so wie das Leben so oft nun mal spielt,
begann ich ein halbes Jahr später dort als Assistentin... – Das hieß, erst
mal wenig zu verdienen, Modelle schneiden und lernen...–
Um es kurz zu machen... – dort fing meine Laufbahn erst wirklich an...
dort lernte ich alles über Haarschneiden, Nähe und Integrität, Disziplin,
Energiearbeit am Kopf, Körperbewusstsein an mir und dadurch auch für
meinen Kunden, Kommunikation, Geschäftsdenken, Geschmack, Unter-
scheidungsvermögen, Stille und Meditation, Innere Freiheit, Kreativität,
Partnerschaftlichkeit, Feingefühl, Verantwortungsgefühl, Teamarbeit,
technisches Haare schneiden, Muster zu durchbrechen an mir und an
meinen Kunden... diese Liste ist bestimmt noch nicht vollständig, aber
vermittelt die grundlegenden Voraussetzungen, um am Kunden in meinem
Verständnis, zu »arbeiten«... –
Kurt selbst war 10 Jahre lang Schüler einer der besten Haarschneider
der Welt... – Er ist sozusagen die zweite Generation, einer Linie von Haar-
schneidern, die das Haare schneiden in der 3. Dimension entdeckt hatten.
Sein Lehrer war der erste, der es verstanden hatte, die Geometrie am
Kopf auf der Ebene des Haarschnitts zu realisieren, d.h. dass Linien ge-
schnitten werden können entgegen allen Rundungen am Kopf, und dass
diese Linien seno zueinander verbunden werden, dass eine stehende Ecke
entsteht.

Das war eine Revolution, denn es gab damals nur die Föhnfrisur... –
Durch diesen Umgang mit Haaren war ein Föhnen der Haare nicht mehr
erforderlich, Haare konnten nur durch trocknen an der Luft ihre Form
wieder finden... –

FASZINIEREND!

Damals wurde diese Erkenntnis dann gleich wieder zu einem Schema und
einem System verarbeitet, und so entstanden damals eine Reihe von ty-
pischen Haarschnitten wie der »Bob«, der »Shake« etc. etc… –
Vidal Sasson machte diese Linie weltbekannt und wurde in den 60igern
und 70igern gefeiert als »Avantgarde«... – Später kamen auch noch andere
nach und lernten diese Techniken… – aber die meisten blieben dann auf
der technischen Ebene »gefangen«…–
Das sind dann sogenannte Konzept-Salons, in der der Kunde sich aus
einer Serie bestimmter Haarschnitte einen aussuchen kann, aber darüber
hinaus ist die Möglichkeit eher eingeschränkt, und das Individuum kann
nicht berücksichtigt werden... –
Die Entwicklung mit Kurt Kuchler war allerdings an die Vision geknüpft,
dass es möglich sein müsste, weg zu kommen vom Schema, hin zur in-
dividuellen Umsetzung, d.h. die Gegebenheiten des Kunden so zu erfassen,
und als Gesamtwerk abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kunden zu
kreieren; und das auch immer wieder neu…

- keine Wiederholung...
- keine Routine...
- immer wieder komplett neu hinschauen, was ist JETZT

Dieser aus meiner Sicht höchste Anspruch war für mich eine sagenhafte
Herausforderung, für die ich heute noch dankbar bin, dass es Kurt Kuchler
überhaupt gibt, denn es hat mich immer wieder zu Höchstleistungen ange-
spornt – So ist diese Arbeitsbeschreibung auch eine Laudatio und
Danksagung zugleich… – Der Kunde steht im Mittelpunkt… – und die
Ausrichtung ist es Begeisterung zu erzeugen… - es geht um viel mehr,
als nur einen guten Haarschnitt zu machen… – Wachstum, Entwicklung
gedeihen und blühen auf allen Ebenen, denn Schönheit ist im Grunde eine
göttliche Eigenschaft… – und man kann sie im ganzen Wesen entwickeln…
nicht nur am Kopf… –

Vielen Dank, an Alle, die mich bis hier her unterstützt haben...

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